Vom Umgange im Öffentlichen


Herr We

Die Welt verändert sich und mit ihr die Menschen. Dies ist der Lauf der Dinge und lässt sich nicht ändern. Je länger der Mensch auf dieser Welt weilt, desto mehr verändert er seine Umgebung, seine Umwelt und die Dinge, mit denen er eines jeden Tages Ablauf verbringen muss. All diese Dinge sind gut und zugleich schlecht, Segen und im selben Augenblicke Fluch. Mein Töchterchen schuf gerade eine Präsentation zu diesem Thema.

Die Entwicklung, die unser aller Leben in den letzten Jahre wohl am meisten veränderte, ist unzweifelhaft das Internet. Niemand wird wohl auch daran zweifeln, dass das Internet in demselben Atemzuge Segen und Fluch ist.

Das große weltweite Netz verschafft mir jederzeit Wissen, wenn ich dieses benötige oder es mich einfach nach dem Wissen lechzt. Ich brauche keine 25bändigen Enzyklopädien mehr, bei denen jeder Band für ein leichtes Hanteltraining geeignet ist. Ich kann Freunden eine Nachricht senden, ohne dass sie tagelang auf deren Eintreffen warten müssen. Ja, sogar die gute altmodische Brieffreundschaft revolutionierte das Internet. Auf der anderen Seite hat jeder schon von all den schlimmen Dingen gehört, die dem Menschen im Internet widerfahren können, sei es ein schnöder monetärer Diebstahl, sei es die Verbreitung moralisch einwandfrei abzulehnender Inhalt. Nun, nicht das Internet selbst ist gut oder böse, es sind die Menschen, die es nutzen.

Es ist jedoch nicht meine Absicht, im Allgemeinen über Nutzen oder Schaden zu parlieren, die durch die Nutzung des weltweiten Netzes entstehen. Mein Ansinnen ist, auf einen ganz bestimmten Missstand aufmerksam zu machen. Dieser Missstand ist mit einem der größten und bedeutsamsten Angebote im großen Netze verbunden: FACEBOOK

Ich gestehe, selbst in die große Falle Facebook getappt zu sein. Es dünkte mich vor reichlich zwei Jahre eine gute Idee, mich in jenem sozialen Netzwerke anzumelden, um über dieses die Kunde über meine damals noch junge Präsenz im Internet zu verbreiten. Viele Freunde und Bekannte waren schon Mitglieder dieses seltsamen Gebildes, nur ich hing wieder einmal hinterher.

Es war zu Anfang ein lustig Ding und es herrschte eitel Sonnenschein, doch neige ich nicht dazu, die Dinge einfach nur so hinzunehmen. Ich beobachte. Und was ich beobachtete, erfüllt mich mit einiger Sorge über die Menschheit.

Liebe Gdnoddsleserinnen und- leser, liebe Gdnoddserinnen und Gdnoddser, lassen Sie mich an dieser Stelle klarstellen, dass ich nicht das soziale Netzwerk an sich in Kritik stellen will. Es geht nicht um meine Ansicht zu Facebook als solches. Nein, es geht darum, was Facebook aus der Menschheit macht.

Es dauerte nicht lange, und ich war im sozialen Netzwerke Mitglied einer Gruppe, für die ich den schönen Titel „Glaubst Du noch oder denkst Du schon“ erdachte. Das Ziel dieser Gruppe war gemeinsames Denken nebst Erringung der Weltherrschaft. In erster Linie aber das Denken. Nebenbei verbreitete ich, wenn ich einmal mehr ein Poem gedichtet hatte oder eine schöne neue Geschichte meine Homepage zierte. Zu Anfang erntete ich sogar den einen oder anderen Kommentar. Es begab sich, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt sogar eine eigene Facebookseite öffnete, um auf dieser von Neuigkeiten auf meiner Seite zu berichten. Doch das soziale Netzwerk und die Menschen beobachtend stellte ich alsbald fest, dass all dies Bemühen keinen Sinn ergab. Als ich im Jänner des Jahres 2013 nach der Geburt die Facebookseite zu meiner Homepage löschte, fiel das nicht einmal jemandem auf.

Später dann, zu dem Zeitpunkt der Löschung der Facebookseite stand der Entschluss schon fest, quittierte ich gar vollständig meine Mitgliedschaft im sozialen Netzwerke. Die Welt schien überrascht zu sein, war zunächst neugierig, als ein auf Facebook einen Countdown startete, erhoffte sich wohl etwas Großes, etwas Magnifizentes. Doch hätte die Welt eigentlich wissen oder wenigstens ahnen können, dass um mein Verlassen des Netzwerkes ging, hatte ich dies doch angekündigt.

„Hattest Du nicht!“, höre ich jetzt mehrere Stimmen. „Hatte ich wohl!“, entgegne ich, denn es stand groß und deutlich auf meiner Homepage. Und genau darum dreht es sich bei dem, was ich sagen will.

Was war also passiert, liebe Gemeinde? Herr We dichtete und geschichtete und servierte die Neuigkeiten frei Haus im großen sozialen Netzwerke. Dort lesend, was Herr We getan hatte, sahen sich einige Menschen diese Dinge auch an. Sie folgten den Links, die ich im Gesichtsbuche hinterließ, aber sie gingen keinen Schritt weiter. Man verließ sich darauf, dass Herr We schon etwas sagen würde, gäbe es etwas Neues. Niemand besuchte die Homepage an sich.

Es war dann im Märze im Jahre des Herrn 2012, als Frau Zett und Herr Emm jene Facebookgruppe mit dem klangvollen Namen „Glaubst Du noch oder denkst Du schon“ aus dem großen sozialen Netzwerk hinaus trugen. Der kleine Gdnodds ward geboren und wurde alsbald eine Art Patenkind meiner selbst. Natürlich schrieb ich immer wieder und immer fleißig für den kleinen Gdnodds, fütterte ihn mit Worten, um zu informieren, zu provozieren, zu diskutieren. Was auf dem Gdnodds geschrieben ward, wurde mehrfahr im Netzwerke geteilt. Das heißt, die Dinge wurden auch gelesen. Doch wurden sie kommentiert?

Herr Ess kommentierte die Beiträge auf dem Gdnodds ebenso wie meine Muse. Doch hier endete die Interaktion mit dem armen kleinen Gdnodds schon. Selbst als die Muse vor einigen Tage auf sehr provozierende Weise zu meinen Weltherrschaftsgedanken Stellung nahm und ich auf ähnliche Weise antwortete, tat sich nicht mehr.

Zum Geburtstage des kleinen Gdnodds schrieb Frau Zett ein kleines Poem. Wie alle anderen Texte auf dem Gdnodds wurde auch dies Werk beim Gesichtsbuche geteilt. Wurde das Poem kommentiert? Es wurde. Und wie schon in früheren Fällen fand die Kommentierung nicht beim Gdnoddse statt sondern im Gesichtsbuche.

Bemerken Sie, worauf ich hinaus will, liebe Gdnoddsleserinnen und -leser, liebe Mitgdnoddserinnen und -gdnoddser?

Facebook als solches ist nicht schlecht oder gut. Es ist nur ein Ding. Facebook ist, wie meine Beobachtungen ergaben ein ziemlich unnützes Ding, solange man seine Promotion nicht dadurch in Schwung bringt, dass man den Betreibern eine Summe x zahlt, doch es ist nur ein Dinge und Dinge haben keine Schuld daran, wie Menschen sie benutzen und wie Menschen sich durch die Dinge beeinflussen lassen. Doch komme ich nicht umhin, die Behauptung aufzustellen, dass dieses Ding ein hohes Maß an Ignoranz in den Menschen erzeugt.

Facebook wird über alles gestellt. Ist man nicht Mitglied bei Facebook, ist man gleichsam fast nicht existent. Ganze Internetauftritte werden auf Facebook ausgerichtet. Das Feedback, von dem jeder Betreiber einer eigenen Internetpräsenz lebt, erfolgt nur noch bei Facebook. Keine Einträge in Gästebüchern, keine Kommentare dort, wo sie hinsollen. Letztlich war neben der Nutzlosigkeit des Mediums Facebook auch diese Ignoranz, die sich bei den Facebooklern einstellte ein Grund für mich, jene seltsame Gemeinschaft wieder zu verlassen. Ich fühlte mich dort nicht wohl. Was ich tat hatte keine Bedeutung. Die einzige aktive Reaktion war die Teilnahme einiger Menschen an meinem Adventsdichten und seltsamerweise hat sogar jemand teilgenommen, den ich NICHT von Facebook kenne, was den Schluss zulässt, dass Facebook keinerlei Nutzen hat. Vorausgesetzt natürlich, die Menschen interessieren sich.

Ihr Menschen dort draußen, wenn jemand einen Link zu einer Homepage oder zu einem Blogeintrage bei Facebook teilt, so bedeutet dies: Schaut euch das mal an! Doch wenn ihr Worte hierzu zu verlieren habt, dann gedenket jener, die nicht lesen können, was ihr bei Facebook schreibt! Wenn ihr einen Kommentar habt, dann kommentiert gefälligst dort, wo der Kommentar hingehört, nämlich dort, wo es alle lesen können! Oder schämt ihr euch etwa eurer eigenen Worte und Gedanken?

Ihr Menschen dort draußen, honoriert die Arbeit, die sich die Menschen, welche eine eigene Homepage betreiben machen damit, dass ihr der Welt zeigt, wo diese Seite zu finden ist, nicht nur Facebook. Honoriert die Mühe dieser Menschen, indem ihr der Welt sagte, was ihr zu der Seite zu sagen habt, nicht nur Facebook.

Ich rufe euch Menschen dieser Welt hiermit auf: Lasset nicht eurer Freunde und anderer Menschen Werk sterben, indem ihr ihm das Leben verweigert, welches ihr dem Werke schenken könntet! Erfüllet das Internet mit Leben, traget zu seiner Vielfalt bei! Verstecket euch nicht, kommet hervor aus eurer dunklen Ecke mit Namen Facebook! Zeiget euch der Welt und sprechet mit ihr dort, wo es etwas zu sagen gibt!

Und wenn sich jetzt jemand wieder nur traut, einen Kommentar auf Facebook nicht aber beim kleinen Gdnoddse zu hinterlassen, so darf er sich meiner persönlichen Enttäuschung sicher sein.

Nebenbei bemerkt habe ich in diesen Beitrag mit Bedacht einige orthografische und grammatikalische Fehler eingebaut. Mal sehen, ob jemand den Mut findet, diese hier beim kleinen Gdnodds als Kommentar aufzulisten.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Suchen der Fehler und anschließenden Nachdenken über meine Worte -Ihr Herr We

Herr We

Ich, Herr We, bin der Mann mit dem langen Atem, wenn es um Worte geht. Der, der sich nicht kurzfassen kann, selbst wenn er will. Meine Waffe ist das Wort und ich schwinge dies Schwert unbarmherzig auf meinem Kreuzzug für die Gerechtigkeit. Ich bin ein Mann des wohl gewählten Wortes. Einer meiner besten Freunde ist der Genitiv, mein Erzfeind das Katzenvideo, denn es beschränkt die Sprache auf lediglich drei Wörter: "Oh wie süß!!!!!" Auch setze ich mich für den Schutz der Satzzeichen und gegen deren Mißbrauch als Rudeltiere (wie im Kommentar zum Katzenvideo) ein.


7 Senfkörner zu “Vom Umgange im Öffentlichen”

  • Herr Emm sagt:

    Lieber und sehr geschätzter Herr We,
    hiermit möchte ich mich ausdrücklich für meine persönliche Untätigkeit entschuldigen Ihre geleistete geistige Arbeit mit meinen Gedanken zu ergänzen, sie zu zerreißen oder einfach nur meinen Senf zu ihr zu geben.

    Mein persönliches Interesse an der Institution Facebook ist allerdings schon lange nur noch sehr marginal.
    Warum ist das so?
    Nun, will ich mit meinen Freunden in Kontakt bleiben rufe ich sie an, treffe mich mit ihnen oder schreibe einen (analogen oder digitalen) Brief.
    Möchte ich wissen was sie bewegt warte ich bis es mir anvertraut wird oder dränge ihnen selbst ein Gespräch auf.
    Und all das ist möglich ohne auch nur eine persönliche Angabe bei einem weltweit agierenden Konzern zu hinterlegen.

    Was bannt uns denn nun in der wunderbaren Welt von Facebook, warum kommen wir so schlecht davon los wenn wir einmal darin gefangen sind?
    Ein Blick in das Netzwerk verrät mir, dass entfernte Bekannte grade im Begriff sind eine unglaublich wichtige Party/Konzert/Sonstwas zu besuchen, ihr Liebesleben vor aller Welt ausbreiten oder ein unglaublich witziges Video auf einer Videostreamingwebsite gefunden haben welches sie unbedingt und mit aller Macht verbreiten müssen … wartet … habe ich nicht etwas vergessen?
    Ach natürlich, sie wollen freilich auch noch alle mit mir spielen. Wer möchte denn keinen Facebookfreund beim Internetpoker, einem Bäckereisimulator oder dem neuesten unglaublich angesagten „Kult“spiel?

    Warum zum Teufel interessiert uns dieser Unsinn?
    Nun, es muss sich wohl um das gleiche Phänomen handeln welches die Ereignisse im Dschungelcamp vor dem Hunger in der Welt zur Topschlagzeile macht.
    Facebook ist unsere Bild-Zeitung! Die Unsere und die der Firmen, die ein Interesse daran haben uns ihre Dienstleistung zu verkaufen oder sich für uns als potentielle Mitarbeiter interessieren.

    Ich für meinen Teil werde, auch aufgrund Ihrer Anregung geschätzter Herr We, von nun an meine Energie auf die Erziehung und Pflege unseres kleinen Gdnoddsenkindes richten und Herrn Zuckerberg mit seiner börsennotierten Plattform im Regen stehen lassen.

    In der Hoffnung sich nicht gänzlich mit seiner plumpen Schreibweise zum Trottel gemacht zu haben, verbleibt mit einem freundlichen Gruße ihr

    Herr Emm

    P.S. Da ich von mir nun wirklich nicht behaupten kann frei von jedwedem Fehl zu sein werde ich nicht über Fehler richten (seien sie auch noch so gewollt) auf das auch ich nicht gerichtet werden werde! … oder würde? … oder würdete? … oder gewürdet werde? … oder so …

    • Herr We Herr We sagt:

      Lieber und sehr geschätzter Herr Emm,

      es ist mir eine Freude, Sie hier wiederzusehen. Ich hoffe bei dieser Gelegenheit auf Ihr Wohlwollen bezüglich des Leuchtens der Überschrift.

      Lieber Herr Emm, genau die von Ihnen erwähnten Punkte, die Möglichkeiten des akustisch-verbalen Informationsaustauschs, des digital-virtuellen Briefwechsels (mit analog-realen Personen, nur um Verwirrungen auszuschließen) oder auch, um eine weitere Möglichkeit des Informationsaustausches zu nennen, des Sofort-Benachrichtigens (der Homo sapiens ITensis spricht hierbei gerne vom Instant-Messaging) machen Plattformen wie Facebook in seiner jetzigen Form obsolet. Und das Schneeballsystem, nach welchen der Inhalt einer Internetseite über Facebook theoretisch verbreitet werden soll (Ich teile einen Link, drei meiner Freunde teilen ihn weiter, Freunde dieser Freunde teilen wieder weiter) funktioniert nicht. Da ich im Gegensatz zu Herrn Ess in der glücklichen Lage bin, meine Liebste bei mir zu haben, ist Facebook für mich als nutzlos zu bezeichnen, gehen doch die wichtigen Dinge in all den von Ihnen, Herr Emm, und auch von Ihnen, Herr Ess, erwähnten Gewinnspielen, vermissten Meldungen und Vermisstenmeldungen und den lebenswichtigen Mitteilungen, wer gerade mit wem auf dem Klo war, unter.

      Doch möchte ich an dieser Stelle noch einmal klarstellen, dass meine Rede nicht gegen Facebook selbst ging. Dies könnte Teil einer gesonderten Erörterung werden. Es ging um die Menschen. Um die Menschen, die aus dem dunklen Verliese Facebook nicht hinauskommen, die sich nicht hinaustrauen. Um die Menschen, die sich lieber bei Facebook mit Links der Seitenbetreiber füttern lassen und nur diese Häppchen konsumieren, weil sie frei Haus geliefert werden, statt sich die Neuigkeiten auf der entsprechenden Homepage anzusehen. Bewusst kündigte ich meinen Abschied von Facebook ja nur dort an. Es geht um die Leute, die das Gedicht unserer geschätzten Frau Zett bei Facebook kommentierten, statt die Welt an ihrer Meinung teilhaben zu lassen. Zu gerne hätte ich den Kommentar des Herrn Pee gelesen. Es hätte den kleinen Gdnodds belebt.

      Ich gestehe, dass es mich ein wenig traurig stimmt, dass die Menschen nur hinter vorgehaltener Hand reden, dass sie andere Menschen nicht wirklich einbeziehen.

      Facebook an sich ist nur ein Ding. Es ist an sich weder gut noch böse. Sie zählten gleichsam einige guten Aspekte auf, lieber Herr Ess, die eigentlich FÜR Facebook sprechen sollten. Eigentlich.

      Ich habe auch nicht vor, die Menschen zu missionieren, ihren Facebokk-Account aufzugeben. Ich will die Menschen nur missionieren, über den Tellerrand zu schauen, daran zu denken, dass jeder, der Facebook lesen kann, auch den Gdnodds lesen kann, dies jedoch nicht umgekehrt gilt. Genau genommen kann man dieses Verhalten schier als Unhöflichkeit bezeichnen. Es ist achtlos gegen die, die sich die Arbeit mit Dingen wie dem kleinen Gdnodds oder den Tales machen und achtlos gegen die, die kein Facebook haben, denn man grenzt sie aus.

      Noch einmal: Es geht nicht um eine technische Einrichtung sondern um ganz einfache menschliche Wesenszüge, um verlorene Tugenden.

      Es ist schön, mein hoch verehrter Herr Emm, dass Ihre Energie wieder dem Gdnodds zugute kommet. Und es ist schön, dass es hier endlich mal eine richtige Diskussion zu geben scheint.

      So verbleibe ich denn mit vorzüglichster Hochachtung vor allen, die sich hierher trauen –
      Herr We

  • Herr Ess sagt:

    So, auch wenn es nun mittlerweile so aussieht, als ob wir diese Seite zu unserem persönlichen Austausch nutzen, möchte ich auch etwas zu unserer Unterhaltung auf dieser fast privaten Seite beitragen.

    Auch ich mache mir seit einigen Tagen, Wochen oder doch schon Monaten Gedanken über die Dinge des netzlichen Beisammenseins. Ich finde leider, dass das Niveau(also nicht die Creme)des sozialen Netzwerkes namens Facebook von einem recht niedrigen Punkt gestartet doch sehr stark nachgelassen hat. Bleiben wir erst einmal bei Facebook. Lieber Herr Emm sie haben enorm wichtige Dinge vergessen. Ich möchte hier Ihre Aufzählung einmal fortführen.
    – Bilder von kranken Kindern oder gequälten Tieren, denen Facebook für jedes gefallen Geld spendet
    – Gewinnspiele bzw. solche Geschenkorgien für Obstprodukte oder auch deren Konkurrenz aus Korea, ich möchte hier einmal dazu sagen, ich möchte mein iPad bitte in grün
    – für meine Aufzählung hier sei noch erwähnt, die Vermissten Menschen, die meistens schon seit Wochen oder Jahren wieder zu Hause sind

    Hier sieht man leider, dass es nicht so einfach ist den Konkurrenten, welcher auch gleichzeitig eine umfangreiche Suche anbietet zu benutzen. Ich finde es als zentrale Plattform für das Sammeln von Neuigkeiten und auch dem weitergeben an Interessierte. Hier wäre es eben gut, durch bestimmte Gruppen die Interessen zu filtern. Aber das „Spamaufkommen“, also die Punkte die Herr Emm und ich aufgezählt haben ist mittlerweile zu hoch um dem Herr zu werden.

    Das bringt mich jetzt eben auf den Punkt, wo ich es Schade finde, dass man solche zentralen Punkte einfach nicht vernünftig nutzen kann wenn diese Spampunkte nicht sauber bereinigt werden können. Ich finde es Schade eigentlich Freunde blockieren zu müssen um solche sozialen Plattformen besser nutzen zu können.

    Ich finde solche zentralen Treffpunkte zum einfachen Austausch von kurzen knappen Informationen eigentlich sehr schön. Ich bin durch Arbeit und meine Eltern derzeit tagsüber und abends durch meine privaten Chats mit meiner Liebsten nicht ganz so in der Lage über Telefon oder auch persönlich mit Euch zu interagieren. Daher find ich es eigentlich schön, wenn man über einfache Mittel mit seinen Freunden interagieren kann. Ich meine hier nicht die Infos über den täglichen Gang zum Thron oder dem morgentlichen Gruß an die Welt oder das gegähnte Gute Nacht Leute. Ich sehe es eher, dass wenn ich und ein oder zwei meiner Freunde z.B. Fan einer Band sind, doch an und an aktuelle Videos dieser Band postet und bei nächster Gelegenheit diese mal persönlich erörtern kann. Auch das mitteilen eines kommenden Filmes, der vielleicht zu einer gemütlichen Runde Kino animiert ist doch nicht so schlimm.

    Vielleicht sollte man aber auch einfach schauen welche Leute man sich als Freunde in solchen Plattformen zulegt. Ich habe es mir zur Prämisse gemacht dort nur mit persönlichen Bekannten in solchen sozialen Plattformen zu interagieren. Ich habe es auch bisher bis auf meine kurze Gamerphase gut durchgehalten. Selbst Herrn Emm hab ich erst nach einem persönlichen Treffen als Freund hinzugefügt. Ich finde das ist für mich eine wichtige und richtige Entscheidung gewesen. Ich bin nur nicht in der Lage meine Freundesliste zu verkleinern. Ich habe an alle dort vorhandenen Erinnerungen an Ereignisse aus meinem Leben. Nun gut. Ich werde noch ein wenig tapfer durchhalten und versuchen unserer süßes Kind dort weiter zu verbreiten.

    Zum Ende möchte ich noch eine weitere negative Seite von Facebook mitteilen. Ich hatte doch gestern glatt zwei Menschen die Papst waren in meiner Freundesliste. Einer dem zu seinem Amt gratuliert wurde und einer der gleich auf dem Weg zum Balkon war. Ich wollte nur noch den Kopf schütteln, aber hätte es jemand gesehen? Nein, leider nicht.

    Herr Ess

    • Herr We Herr We sagt:

      Lieber Herr Ess,

      bitte sehen Sie mir nach, dass ich nicht noch einmal in aller Ausführlichkeit auf Ihren Kommentar, für den ich durchaus dankbar bin eingehen. Ein paar kurze Worte möchte ich dennoch sagen.

      Der Mensch ist offenbar nicht intelligent genug für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sozialen Netzwerken und im Einzelnen zu wichtig, um der Welt vorzuenthalten, mit wem er gerade auf dem Locus war. Auch dies bewog mich nebenbei zum Abschied. Einige Menschen haben offenbar nicht genug Intellekt, zu erblicken, was hinter jenen Meldungen des Vermisstseins steckt. Man müsste wirklich Freunde blockieren, um die wichtigen Dinge lesen zu können. Der Mensch ist schlicht nicht in der Lage, weit genug zu denken, um zu realisieren

      a) ob es überhaupt jemanden interessieren kann, was der Mensch postet
      b) ob an den Dingen überhaupt etwas wahres dran sein kann und
      c) was er mit seinem Post unter Umständen anrichtet. Als Beispiel sei nur das verunglückte Foto von der letzten Party genannt, auf dem Max den (dieses eine Mal) besoffenen Moritz taggte, welches aber der Dienstherr, bei dem Moritz sich gerade bewirbt, sieht.

      Den meisten Menschen fehlt ein ausreichendes Verantwortungsbewusstsein für ihr Handeln.

      Aber wie ich schon sagte, ging es mir gar nicht um Facebook selbst sondern um die ignorante Haltung mancher Menschen. Etwas, das ich schon in meinem Artikel über die Fanbetreuung ansprach.

  • Muse sagt:

    Ich gehe durch eine fremde Stadt spazieren.
    Neugierig, ich möchte was neues entdecken.
    Leerstehende Ladenlokale, verwaiste Geschäftsräume prägen jedoch das Bild.

    Treffe ich auf Ladenlokale,die mit Leben erfüllt sind, sind es die ewig gleichen Ketten. In jeder Stadt präsentieren sich diese Handelsketten gleich.

    Ich bin enttäuscht von dieser Stadt.
    Auch vermisse ich Menschen, mit denen ich
    spontan ein Gespräch führen kann. Das geht nämlich nicht. Sie schauen angestrengt auf das Display von ihrem Telefon.
    „Bitte nicht stören“ steht auf ihrer Stirn geschrieben.

    Ich gehe durch das Internet spazieren. Ich möchte
    was neues entdecken. Ich finde viele verwaiste Seiten im Netz. Irgendwann wurden sie nicht mehr gepflegt und bedient.

    Manche wirken so, als wenn sie fluchtartig, mitten in einem Satz verlassen
    wurden von ihren Menschen. Auch vermisse ich Menschen, Menschen mit denen ich
    spontan reden kann. Aber die meisten Foren sind leer, der jüngste Beitrag bereits mehrere Monate alt.

    Kaum einer macht sich noch die Mühe und pflegt eine private Homepage in echter Handarbeit.

    Selbst Firmen und Künstler haben sich dagegen entschieden.

    Ich gehe durch facebook spazieren. Auf facebook finde ich das, was ich so sehr vermisst habe. Aber alles sieht irgendwie gleich aus. Keine Individualität in der Präsentation. Aber hier bekomme ich scheinbar alles. Hier sind
    meine Freunde, die Familie, meine Stars, meine Lieblingsgeschäfte.

    Es gibt hier eine Post, ich kann spielen, mich unterhalten. Und…..
    ich kann soo viele Profile besuchen und keiner erwischt mich dabei.
    Keiner sieht mich.

    Ich frage: Was kostet das alles hier ?

    Nichts, es kostet nichts. Und welchen Preis muss ich dafür bezahlen, wenn ich all das hier nutzen darf ?

    Ja, ich frage manchmal etwas viel und dumm.

    Ich wiederhole meine Frage: Welchen Preis muss ich dafür bezahlen, wenn ich facebook nicht mehr verlasse und dieser Ort nun meine Heimat wird ?

    Herr We hat diese Frage bereits beantwortet. Niemand wußte, dass Herr We facebook
    verlassen wollte, obwohl es in großen Buchstaben auf seiner privaten Homepage nachzulesen war.

    Niemand hinterfragte das Verschwinden der mordreds tales Seite auf facebook. Lautlos, still und leise ist diese Seite gestorben. Aber sie war doch ein Freund. Ein Freund aus der Liste.

    facebook kostet nichts, aber der Preis ist hoch, den ich unter Umständen dafür bezahlen muss, um ein Bewohner dieser Stadt zu sein. Und ich rede nicht davon, dass facebook eine Datenkrake ist,
    die freiwillig gefüttert wird. Ich rede nicht von der Dauerüberwachung…

    ich stelle mir nur grade vor, wie das Internet aussehen könnte, wenn niemand mehr facebook
    verlassen will. Und diese Vorstellung macht mir Angst, so wie eine leere, verwaiste Stadt
    mir Angst bereitet.

    Ich gehe immer noch gerne spazieren, durch eine fremde Stadt und durch das Internet. Aber ich lasse mich nicht einsperren hinter einer Mauer. Das hatten wir bereits.

    Danke, Herr We.
    Für diesen Beitrag von Ihnen.

    Meine Herren, ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.

    Muse

  • Herr Emm sagt:

    Das Feuer der Begeisterung brennt wohl gleichsam mit diesem gar wundervollen Schriftzuge um die Wette. Tatsächlich fühle ich mich angenehm an das „Glühst du noch oder brennst du schon?“-Projekt auf dem Gesichtsbuche erinnert und es symbolisiert gleichermaßen das Feuer des Lebens, welches unserem kleinen Gdnoddsenkinde erneut eingehaucht worden ist.
    Vielen Dank für diese wunderbare Idee lieber Herr We.

    Ihr alle habt natürlich vollkommen recht, das Internet ist ein Ding welches von uns allen gestaltet wird. Aber gestalten braucht Zeit und Zeit ist Geld. Ergo wird das Internet zum Großteil von solventen Institutionen und Menschen gestaltet, welche natürlich wiederum ein Interesse daran haben mit ihrer Investition noch mehr Geld zu erwirtschaften.
    So geschieht es, dass wir damit umgehen müssen bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Produktinformationen zugeschüttet oder, unter Zuhilfenahme unserer eigenen Gier, zur Herausgabe all unserer privaten Daten genötigt zu werden.

    Abseits davon bleiben nur vergleichsweise wenige Örtchen im weltweiten Netzwerk welche aus dem Herzblut und dem Willen heraus entstehen Andere mit der eigenen Passion zu erreichen.
    Sei es nun das Mädchen mit einem Hang zur Malerei, der Jugendliche mit dem blankrasierten Schädel und der 6 in Geschichte oder eben ein paar Menschen denen der Ausblick bis zum Tellerrand einfach nicht genug ist.

    Seid darum nochmals herzlich eingeladen wirklich alles was euch bewegt, was an euch nagt, was euch freut und was aus euch heraus möchte hier niederzuschreiben, denn genau dafür wurde das kleine Gdnodds geboren.
    Diese Einladung geht im Besonderen an die verehrte Muse, deren Gedanken ich mit Freude und Interesse verfolgt habe, sowie an die üblichen Verdächtigen und freilich an alle deren Bekanntschaft wir zukünftig noch machen dürfen.

    Ergebenst,

    euer Herr Emm

  • Herr We Herr We sagt:

    Ach ja … Das schöne Projekt „Glühst Du noch oder brennst Du schon“ ist es wohl auch wert, in irgendeiner Form in den Weiten des weltumspannenden Netzes umgesetzt zu werden.

    Meinem Drang nachgebend, möglichst alles selbst zu machen, wird eine vollständige Umsetzung unter Beteiligung anderer Personen außen meiner selbst wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, beanspruchen mich doch derzeit genügend andere Baustellen, doch möchte ich die Gelegenheit nutzen, Sie einstweilen auf den vor ungefähr anderthalb Jahren gemachten Anfang aufmerksam zu machen:

    http://mordreds-tales.de/weltuntergang/

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