Vom Umgange im Öffentlichen

Die Welt verändert sich und mit ihr die Menschen. Dies ist der Lauf der Dinge und lässt sich nicht ändern. Je länger der Mensch auf dieser Welt weilt, desto mehr verändert er seine Umgebung, seine Umwelt und die Dinge, mit denen er eines jeden Tages Ablauf verbringen muss. All diese Dinge sind gut und zugleich schlecht, Segen und im selben Augenblicke Fluch. Mein Töchterchen schuf gerade eine Präsentation zu diesem Thema.

Die Entwicklung, die unser aller Leben in den letzten Jahre wohl am meisten veränderte, ist unzweifelhaft das Internet. Niemand wird wohl auch daran zweifeln, dass das Internet in demselben Atemzuge Segen und Fluch ist.

Das große weltweite Netz verschafft mir jederzeit Wissen, wenn ich dieses benötige oder es mich einfach nach dem Wissen lechzt. Ich brauche keine 25bändigen Enzyklopädien mehr, bei denen jeder Band für ein leichtes Hanteltraining geeignet ist. Ich kann Freunden eine Nachricht senden, ohne dass sie tagelang auf deren Eintreffen warten müssen. Ja, sogar die gute altmodische Brieffreundschaft revolutionierte das Internet. Auf der anderen Seite hat jeder schon von all den schlimmen Dingen gehört, die dem Menschen im Internet widerfahren können, sei es ein schnöder monetärer Diebstahl, sei es die Verbreitung moralisch einwandfrei abzulehnender Inhalt. Nun, nicht das Internet selbst ist gut oder böse, es sind die Menschen, die es nutzen.

Es ist jedoch nicht meine Absicht, im Allgemeinen über Nutzen oder Schaden zu parlieren, die durch die Nutzung des weltweiten Netzes entstehen. Mein Ansinnen ist, auf einen ganz bestimmten Missstand aufmerksam zu machen. Dieser Missstand ist mit einem der größten und bedeutsamsten Angebote im großen Netze verbunden: FACEBOOK

Ich gestehe, selbst in die große Falle Facebook getappt zu sein. Es dünkte mich vor reichlich zwei Jahre eine gute Idee, mich in jenem sozialen Netzwerke anzumelden, um über dieses die Kunde über meine damals noch junge Präsenz im Internet zu verbreiten. Viele Freunde und Bekannte waren schon Mitglieder dieses seltsamen Gebildes, nur ich hing wieder einmal hinterher.

Es war zu Anfang ein lustig Ding und es herrschte eitel Sonnenschein, doch neige ich nicht dazu, die Dinge einfach nur so hinzunehmen. Ich beobachte. Und was ich beobachtete, erfüllt mich mit einiger Sorge über die Menschheit.

Liebe Gdnoddsleserinnen und- leser, liebe Gdnoddserinnen und Gdnoddser, lassen Sie mich an dieser Stelle klarstellen, dass ich nicht das soziale Netzwerk an sich in Kritik stellen will. Es geht nicht um meine Ansicht zu Facebook als solches. Nein, es geht darum, was Facebook aus der Menschheit macht.

Es dauerte nicht lange, und ich war im sozialen Netzwerke Mitglied einer Gruppe, für die ich den schönen Titel „Glaubst Du noch oder denkst Du schon“ erdachte. Das Ziel dieser Gruppe war gemeinsames Denken nebst Erringung der Weltherrschaft. In erster Linie aber das Denken. Nebenbei verbreitete ich, wenn ich einmal mehr ein Poem gedichtet hatte oder eine schöne neue Geschichte meine Homepage zierte. Zu Anfang erntete ich sogar den einen oder anderen Kommentar. Es begab sich, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt sogar eine eigene Facebookseite öffnete, um auf dieser von Neuigkeiten auf meiner Seite zu berichten. Doch das soziale Netzwerk und die Menschen beobachtend stellte ich alsbald fest, dass all dies Bemühen keinen Sinn ergab. Als ich im Jänner des Jahres 2013 nach der Geburt die Facebookseite zu meiner Homepage löschte, fiel das nicht einmal jemandem auf.

Später dann, zu dem Zeitpunkt der Löschung der Facebookseite stand der Entschluss schon fest, quittierte ich gar vollständig meine Mitgliedschaft im sozialen Netzwerke. Die Welt schien überrascht zu sein, war zunächst neugierig, als ein auf Facebook einen Countdown startete, erhoffte sich wohl etwas Großes, etwas Magnifizentes. Doch hätte die Welt eigentlich wissen oder wenigstens ahnen können, dass um mein Verlassen des Netzwerkes ging, hatte ich dies doch angekündigt.

„Hattest Du nicht!“, höre ich jetzt mehrere Stimmen. „Hatte ich wohl!“, entgegne ich, denn es stand groß und deutlich auf meiner Homepage. Und genau darum dreht es sich bei dem, was ich sagen will.

Was war also passiert, liebe Gemeinde? Herr We dichtete und geschichtete und servierte die Neuigkeiten frei Haus im großen sozialen Netzwerke. Dort lesend, was Herr We getan hatte, sahen sich einige Menschen diese Dinge auch an. Sie folgten den Links, die ich im Gesichtsbuche hinterließ, aber sie gingen keinen Schritt weiter. Man verließ sich darauf, dass Herr We schon etwas sagen würde, gäbe es etwas Neues. Niemand besuchte die Homepage an sich.

Es war dann im Märze im Jahre des Herrn 2012, als Frau Zett und Herr Emm jene Facebookgruppe mit dem klangvollen Namen „Glaubst Du noch oder denkst Du schon“ aus dem großen sozialen Netzwerk hinaus trugen. Der kleine Gdnodds ward geboren und wurde alsbald eine Art Patenkind meiner selbst. Natürlich schrieb ich immer wieder und immer fleißig für den kleinen Gdnodds, fütterte ihn mit Worten, um zu informieren, zu provozieren, zu diskutieren. Was auf dem Gdnodds geschrieben ward, wurde mehrfahr im Netzwerke geteilt. Das heißt, die Dinge wurden auch gelesen. Doch wurden sie kommentiert?

Herr Ess kommentierte die Beiträge auf dem Gdnodds ebenso wie meine Muse. Doch hier endete die Interaktion mit dem armen kleinen Gdnodds schon. Selbst als die Muse vor einigen Tage auf sehr provozierende Weise zu meinen Weltherrschaftsgedanken Stellung nahm und ich auf ähnliche Weise antwortete, tat sich nicht mehr.

Zum Geburtstage des kleinen Gdnodds schrieb Frau Zett ein kleines Poem. Wie alle anderen Texte auf dem Gdnodds wurde auch dies Werk beim Gesichtsbuche geteilt. Wurde das Poem kommentiert? Es wurde. Und wie schon in früheren Fällen fand die Kommentierung nicht beim Gdnoddse statt sondern im Gesichtsbuche.

Bemerken Sie, worauf ich hinaus will, liebe Gdnoddsleserinnen und -leser, liebe Mitgdnoddserinnen und -gdnoddser?

Facebook als solches ist nicht schlecht oder gut. Es ist nur ein Ding. Facebook ist, wie meine Beobachtungen ergaben ein ziemlich unnützes Ding, solange man seine Promotion nicht dadurch in Schwung bringt, dass man den Betreibern eine Summe x zahlt, doch es ist nur ein Dinge und Dinge haben keine Schuld daran, wie Menschen sie benutzen und wie Menschen sich durch die Dinge beeinflussen lassen. Doch komme ich nicht umhin, die Behauptung aufzustellen, dass dieses Ding ein hohes Maß an Ignoranz in den Menschen erzeugt.

Facebook wird über alles gestellt. Ist man nicht Mitglied bei Facebook, ist man gleichsam fast nicht existent. Ganze Internetauftritte werden auf Facebook ausgerichtet. Das Feedback, von dem jeder Betreiber einer eigenen Internetpräsenz lebt, erfolgt nur noch bei Facebook. Keine Einträge in Gästebüchern, keine Kommentare dort, wo sie hinsollen. Letztlich war neben der Nutzlosigkeit des Mediums Facebook auch diese Ignoranz, die sich bei den Facebooklern einstellte ein Grund für mich, jene seltsame Gemeinschaft wieder zu verlassen. Ich fühlte mich dort nicht wohl. Was ich tat hatte keine Bedeutung. Die einzige aktive Reaktion war die Teilnahme einiger Menschen an meinem Adventsdichten und seltsamerweise hat sogar jemand teilgenommen, den ich NICHT von Facebook kenne, was den Schluss zulässt, dass Facebook keinerlei Nutzen hat. Vorausgesetzt natürlich, die Menschen interessieren sich.

Ihr Menschen dort draußen, wenn jemand einen Link zu einer Homepage oder zu einem Blogeintrage bei Facebook teilt, so bedeutet dies: Schaut euch das mal an! Doch wenn ihr Worte hierzu zu verlieren habt, dann gedenket jener, die nicht lesen können, was ihr bei Facebook schreibt! Wenn ihr einen Kommentar habt, dann kommentiert gefälligst dort, wo der Kommentar hingehört, nämlich dort, wo es alle lesen können! Oder schämt ihr euch etwa eurer eigenen Worte und Gedanken?

Ihr Menschen dort draußen, honoriert die Arbeit, die sich die Menschen, welche eine eigene Homepage betreiben machen damit, dass ihr der Welt zeigt, wo diese Seite zu finden ist, nicht nur Facebook. Honoriert die Mühe dieser Menschen, indem ihr der Welt sagte, was ihr zu der Seite zu sagen habt, nicht nur Facebook.

Ich rufe euch Menschen dieser Welt hiermit auf: Lasset nicht eurer Freunde und anderer Menschen Werk sterben, indem ihr ihm das Leben verweigert, welches ihr dem Werke schenken könntet! Erfüllet das Internet mit Leben, traget zu seiner Vielfalt bei! Verstecket euch nicht, kommet hervor aus eurer dunklen Ecke mit Namen Facebook! Zeiget euch der Welt und sprechet mit ihr dort, wo es etwas zu sagen gibt!

Und wenn sich jetzt jemand wieder nur traut, einen Kommentar auf Facebook nicht aber beim kleinen Gdnoddse zu hinterlassen, so darf er sich meiner persönlichen Enttäuschung sicher sein.

Nebenbei bemerkt habe ich in diesen Beitrag mit Bedacht einige orthografische und grammatikalische Fehler eingebaut. Mal sehen, ob jemand den Mut findet, diese hier beim kleinen Gdnodds als Kommentar aufzulisten.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Suchen der Fehler und anschließenden Nachdenken über meine Worte -Ihr Herr We

Herr We

Ich, Herr We, bin der Mann mit dem langen Atem, wenn es um Worte geht. Der, der sich nicht kurzfassen kann, selbst wenn er will. Meine Waffe ist das Wort und ich schwinge dies Schwert unbarmherzig auf meinem Kreuzzug für die Gerechtigkeit. Ich bin ein Mann des wohl gewählten Wortes. Einer meiner besten Freunde ist der Genitiv, mein Erzfeind das Katzenvideo, denn es beschränkt die Sprache auf lediglich drei Wörter: "Oh wie süß!!!!!" Auch setze ich mich für den Schutz der Satzzeichen und gegen deren Mißbrauch als Rudeltiere (wie im Kommentar zum Katzenvideo) ein.

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