Panta rhei oder: Spekulieren im Ententeich

Die großen Unternehmen sind ständig auf der Jagd, sie begeben sich auf die Pirsch und suchen mit Hochdruck nach dem nächsten großen Geschäft.

Panta rhei, alles fließt. Und so sicher wie das Wasser seit der letzten Eiszeit durch die Flußbetten unseres Landes fließt, so wird es auch die Firmenkassen der gesichtlosen Konzerne zum Überlaufen bringen.

Der Zugang zu Wasser ist kürzlich von der UN zum Menschenrecht erklärt worden, aber wir wissen ja schon lange, dass so etwas Abstraktes wie „Menschenrechte“ immer weniger Bedeutung haben, je höher ein möglicher Gewinn einzuschätzen ist. Was sich in den Entwicklungsländern schon länger schleichend vollzieht, ohne dass die Menschen dort die Chance hätten sich wehren zu können, soll nun auch bei uns – ganz klammheimlich und an unserer bewussten Wahrnehmung vorbei – vollzogen werden.

Nach dem Willen der EU-Kommission soll die Wasseraufbereitung sowie der Vertrieb von sauberem Trinkwasser, in die Hände privater Investoren gelegt werden. So soll die Versorgung verbessert werden und – wie könnte es auch anders sein – neue Arbeitsplätze entstehen. Preissteigerungen wird es bei diesem Vorgang freilich nicht geben, da der neuenstehende Markt das selbstredend unter sich regeln wird (Natürlich, an den Tankstellen ist das ja nicht anders, da einigen sich die großen Ölkonzerne untereinander auch auf einen „angemessenen Preis“ *hüstel*).

Wie konkret das Vorhaben bereits ist und wie sehr es uns alle schon bald betreffen könnte, teilt uns der deutsche Bundestag auf seiner Internetseite mit.
Es gab keine großen Pressemitteilungen in deutschen Tageszeitungen, keinen Sturm der Entrüstung der Bevölkerung und keine Talkshow zu dem Thema. Es soll uns einfach nicht auffallen. Die Verantwortlichen ziehen die Köpfe ein und hoffen auf ihren Krümel vom Kuchen, sobald er angeschnitten wird.
Wer die Menschen sind, die dort die Taschen aufhalten, sieht manmeines Erachtens eindeutig am Ergebnis der Abstimmung. Wenig überraschend stimmen dort CDU/CSU und die FDP gegen den Antrag. Wobei die „Sozialdemokraten“ der SPD sicher auch nur Enthaltsamkeit predigen, um sich nicht auch noch das bißchen Restsymphatie, welche der Ein oder die Andere noch für sie empfinden mag, zu verspielen.

Nun bin ich natürlich nicht der einzige Wasserträger mit einer Meinung dazu und lasse an der Stelle auch gerne noch andere Menschen ihre Meinung kundtun:

 

 

Wer nun auf den Geschmack öffentlich-rechtlichen Wassers gekommen ist, den möchte ich Bitten auf dieser Seite ein paar Minuten seiner Zeit sowie Anschrift und Namen zu hinterlassen.

 

P.S.: Natürlich hätte eine Privatisierung der Wasserwirtschaft nicht ausschließlich nur Nachteile:
So könnten wir beispielsweise wieder ohne Sorge Demonstrationen besuchen, da sich die Kommunen schon sehr bald den Betrieb teurer Wasserwerfer einfach nicht mehr leisten könnnen.

 

Der Herr mit dem Emm

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