Huch,…


Frau Zett

…da war die Mutti aber fleißig.

So gab sie sich doch an dem gestrigen Tag äußerst volksnah und dialogisierte mit einer ausgewählten Menge ihres Fußvolkes über ein Thema, das mich persönlich schon seit Längerem beschäftigt: Wie wollen wir (in Zukunft) zusammenleben? Eine tolle Frage, die sich sicher einige des Bürgertums tagtäglich stellen. Anregungen suchte sie. Gehen denen da oben so langsam die Ideen aus oder ist das mal wieder ein feiner Schachzug im Vorwahlkampf, um auf Stimmenfang zu gehen?

90 Minuten waren für 100 Vorschlagsbringer angesetzt. Quasi die Elite der Vorschläger. Viel zu wenig Zeit für das, was wirklich wichtig ist. Der durchaus berechtigte, aber schwer finanziell zu tragende Wunsch nach bedingungslosem Grundeinkommen und einem bundesweit einheitlichen Bildungssystem wurde aufgenommen. Mehr aber auch nicht. Wirklich interessant wird es wahrscheinlich erst dann, wenn es letztendlich zur Aufarbeitung der dort angesprochenen Themen in diversen Debatten kommt. Schlagwörter dieses Dialoges waren: Generation, Sicherheit und Identität.

Schon bei dem Vorschlag der Werteschaffung im Arbeitssektor, zeigte sich Frau Dr. Merkel-ich-mir wenig überzeugt. Wirklich angekratzt war ihr Gemüt bei der Aussage einer Dame, die eindeutig nicht zu ihrer Wählerschaft zählt, dass sie sich sozialere Politiker in Machtpositionen wünscht. Muttis Gesicht verzog sich zu einer etwas angewidert anmutenden Maskerade. Der Schrei nach weniger Theorie und mehr Praxis im sozialen Bereich durch beispielsweise stärkere Wertevermittlung in Kultur und Schule wurde sehr laut. Aber durch das Merkelchen – obwohl verbal sehr knapp bemessen – entweder schnell mit sinnfreien Gegenfragen runtergespült oder mit kurzem Nicken abgehakt. Wenn sie was tun könne, dann tut sie es auch. So zum Beispiel bei der Bitte nach mehr Aufklärung in Schulen und von der Gesellschaft, was das rechte Gedankengut betrifft. Da greift unsere Sprechblasenkönigin sehr gern auf Altbewährtes zurück und lächelt verkniffen alles weg, was ihr unangenehm wird. Auch bei dem Thema Korruption und dessen bessere Strafverfolgung in den höheren Rängen wirkt sie äußerst verhalten. Nicht zuletzt deshalb wahrscheinlich, weil die Narbe, die ihr Wulffinator hinterließ, noch nicht ganz verheilt ist. Doch ging sie wieder voll auf, als sich jemand auf ihre Seite stellte und mehr Sicherheit durch mehr Überwachung forderte. Ja, das gefällt der Mutti… Jetzt, wo ACTA immer weiter in den Vordergrund rückt, vor sich hinschlummert und nur darauf wartet, mehr Zuspruch zu bekommen. Denn auch ein höheres Maß bei der Internetsicherheit wurde angesprochen. Kommt es doch gerade zur rechten Zeit; der Ami klopft bereits an die Tür und wünscht sich mehr Mitspracherecht bei unserem Datenschutz.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Die bessere Ausbildung der Lehrkörper spielt angeblich in den kommenden 10 Jahren eine große Rolle. Na, dann kann sie ja auch gleich mal dort den Vorschlag einbringen, den – besonders in den Schulen durch mangelhafte Übermittlung der Geschichte – anerzogenen Schuldkomplex bei der heutigen Generation abzuschaffen. Und am besten sollte man dann nochmals darüber debattieren, warum muslimische Lehrerinnen – und augenscheinlich auch an einigen Schulen muslimische Schülerinnen – dazu gezwungen sind, ihre Kopftücher abzulegen, um für Neutralität zu sorgen. Erinnert sie doch alle stets daran, dass wir in einer freien Demokratie leben. Und war es nicht ihr Wulffchen, der den Islam zu Deutschland gehörend zählte? Und wie ist das bei der Anerkennung von Abschlüssen unserer Migranten? Kein Wunder, dass Frau Doktor den Mund kräuselt, sobald es um das Ausmerzen der rechten Seite geht. Reine Mutmaßung, aber mich dünkt, man müsste mit der richtigen Übermittlng von Geschichte ganz woanders ansetzen.

Und wie stehts um die Familienpolitik…? Die Stimmen für die Entschleunigung in den Familien durch bessere Finanzierung der Elternzeit, die ja auf lange Sicht gesehen Investition und nicht Verlust wäre, wurde ziemlich laut. Ein anderer Herr sprach das Schwedische Modell an. Fand Mutti irgendwie weniger lustig. Kamen doch die Blutsauger von Bankenfürsten zuerst. Und wer zuerst kommt, mahlt auch zuerst. Ohne Moos ist nun mal nix los.

Fazit: Viel Lärm um Nichts. Vielleicht werden 2% (wenn überhaupt) der dort vorgebrachten Vorschläge jemals an richtiger Stelle besprochen, grobe Schätzung. Wünschenswert wäre es ja. Wer sich den 109-Minuten-Film anschauen möchte, den verweise ich auf die Mediathek der Bundesregierung. Man sollte sich Kaffee neben den PC stellen…

Die Frau mit dem Zett


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