Fiskalpaket


Herr Ess

Der Titel wird hier in die Irre führen. Ich nehme mir zwar genau dieses Paket als Anregung um hier einmal wieder meinem Glauben nachzugehen, aber werde dies nicht zum Thema meines Artikels nehmen. Durch einen guten Freund wurde ich auf einen Artikel über dieses Thema Fiskalpaket aufmerksam gemacht.

So sehr hier vermutlich Einige meine Meinung nicht akzeptieren werden, so kann ich doch nicht hundertprozentig dem Ansinnen dieses Artikels zustimmen.

Ich glaube, das wir hier in Europa, wenn nicht sogar darüber hinaus, eine Möglichkeit der Demokratie durch die politischen und kapitalgebenden Einflüsse verscherzt haben. Wir haben ein Bevölkerungsdurchschnitt, der so katastrophal unterbildet ist, das ich ihm aus meiner Sicht keine wirklichen Entscheidungen dieser Tragweite in die Hand legen würde. Wenn wir jetzt aber sagen wir nehmen zur Entscheidungsfindung die, die nicht unterbildet sind, so können wir trotz einer freien Abstimmung und Umsetzung wichtiger Entscheidungen doch nicht mehr von echter Demokratie sprechen. Wir haben nicht mehr die Wahl zu sagen wir demokratisieren solche Entscheidungen, sondern wir haben nur noch die Pflicht gegen diese Unterbildung zu kämpfen. Wenn sich die die wirklich verstehen worum es bei diesen Paketen und politischen sowie marktwirtschaftlichen Entscheidungen wirklich geht gegen diese Politik auflehnen, dann hilf es nicht nur diese Entscheidungen umzukehren oder in vernünftige Bahnen zu lenken, sondern wir müssen versuchen jetzt an der Bildung aller zu arbeiten, egal ob dabei ein Hauptschul-, Realschulabschluss oder ein Abitur herauskommt. Es muss in allen Ebenen jetzt darauf geachtet werden die Bildung auch umzusetzen die wir benötigen um solche Entscheidungen auch zu verstehen und zu überdenken.

Da hier bei uns in der Gruppe Bildung schon immer ein Zentrales Thema war/ist/sein wird haben Herr We und ich beim alldienstäglichen Sport auch dieses Thema als Gesprächsgrundlage gehabt. Dabei zitierte Herr We aus einem Film. „Ich dachte, ihr Jedi hättet ein wenig mehr Respekt vor dem Unterschied zwischen Wissen und Weisheit.“ Was ich darunter verstehe und was andere darunter verstehen wird vermutlich auch voneinander abweichen. Ich versteh darunter, dass ich mit Wissen, also objektive und feststehende Tatsachen, allein noch keine Weisheit besitze. Weisheit verstehe ich hier als die Fähigkeit sich aus dem Wissen heraus Verständnis zu entwickeln. Ich kann wenn man Wissen als Basis des Denkens benutzt, dass man dann zu einem gewissen Maß an Weisheit gelangt. Nicht immer ist Weisheit gleichzusetzen mit solche fiktiven Charakteren wie z.B. Yoda oder Gandalf. Ich sehe in der derzeitigen Entwicklung einen deutlichen Schritt zum Sammeln und Horten von Wissen, aber nur sehr wenig Ansatz zum selbstständigen Denken. In den Schulen wird, aus meiner persönlichen Erfahrung, nur sehr sporadisch und auch viel zu spät damit angefangen Selbstständigkeit in der Wissensanhäufung zu lehren. Von dem lehren das angehäufte Wissen auch zu nutzen, sehe ich nur sehr wenig.

Ich will mit allem geschrieben hier der Notwendigkeit nicht widersprechen, diese Aktionen durchzuführen. Ich möchte nur meine Meinung kundtun, dass wir um wirkliche Demokratie durchführen zu können dem Volk wieder die Möglichkeit geben auch zu verstehen was dort vor sich geht. Ich selber fange an mit den Möglichkeiten die ich als einfacher Mensch sehe, ich fange an meinen Kindern die Fähigkeit zu zeigen selbstständig Wissen in Weisheit umzuwandeln. Goethe prägte hierzu mal einen Spruch: „Der echte Schüler lernt aus dem Bekannten das Unbekannte entwickeln und nähert sich dem Meister.“ Ich befürchte also, dass wir bevor wir wirklich eine funktionierende Demokratie schaffen können, müssen wir daran arbeiten die Menschen zu überzeugen, dass das rothaarige Mädchen für den ersten Blick auf Wissen gut, aber nicht ausreichend ist. Darüber hinaus sollte Wissen auch gefestigt werden in dem man es überprüft, also wenigstens noch die Quellen des rothaarigen Mädchens lesen. Danach erfolgt der Prozess dem sich dieser Blog verschrieben hat. Es muss das Wissen angewandt werden. Es muss Analysiert und Verarbeitet werden. Auch wenn sich diese Begriffe anhören als wollte ich hier ein angewandtes Studium der Geisteswissenschaften anpreisen, so will ich doch nichts weiter als Euch zu bitten: Denkt liebe Leute, denn sonst sind wir dem geistigen Untergang geweiht.

Zum Abschluss ein Zitat von Leonardo (nein nicht den Ninja Turtle), was in die selbe Richtung zielt wie das obige von Herrn Goethe, aber doch auch wieder im Widerspruch steht und somit Basis für eine schöne Gesprächsrunde liefern könnte.

„Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.“

Ich widme mich wieder meiner derzeitigen Lieblingsbeschäftigung, ich singe lauthals Lieder, bei offener Tür, die dem Schutz der GEMA unterliegen. 😉

geboren gelebt noch nicht gestorben


2 Senfkörner zu “Fiskalpaket”

  • Herr We Herr We sagt:

    Anm. des Klugscheißers: Das rothaarige Mädchen heißt Wickie bzw. Wiki. Nur für die, die die Helden unserer Kindheit nicht kennen.

    Darüber hinaus habe ich dem Gesagten nichts hinzuzufügen. Wissen ist nicht Weisheit. Reines Wissen ist unnütz und leer. Erst, wenn ich das Wissen anwenden kann, sein Potential und seine Grenzen kenne, bin ich auf dem Weg, Weisheit entwickeln zu können. Ein Beispiel?

    Nehmen wir das Star Wars-Zitat. Nur um den Zusammenhang zu erklären. Obi Wan Kenobi wollte eine Waffe identifizieren. Die Droiden des Jedi-Tempels kannte den Pfeil nicht. Die Droiden haben … Na? Genau: Wissen. Zu erkennen, dass das Wissen der Droiden begrenzt ist, dass jemand das Wissen aus den Datenbanken gelöscht haben kann, sprich: die Grenzen des Wissens zu erkennen, ist ein Schritt zur Weisheit. Erstaunlicherweise sind Kinder manchmal weiser als Erwachsene. Obi Wan fand Minuten später einen Planeten nicht („Meister Obi Wan einen Planete verloren hat. Wie peinlich!“ – Yoda). Bis ein Kind darauf hinwies, dass vermutlich jemand den Planeten aus den Datenbanken gelöscht hat.

    Weisheit ist zu einem Teil Wissen, zu einem anderen Teil Erfahrung. Erfahrung kann man nicht lehren. Man muss sie sammeln. Und das geht nicht, indem man rothaarige Mädchen mit dem Nachnamen Pedia befragt. Das geht nur, wenn man dem Lernbegierigen Dinge zeigt, wenn dieser die Möglichkeit hat, sich das Wissen zu erarbeiten und wenn möglich anzuwenden. Wenn ich die Maße einer nicht rechtwinklige Holzplatte das erste Mal mit Hilfe des Satzes des Pytagoras oder des Sinussatzes (je nachdem, welche Ausgangsvorgaben ich habe)berechnet und diese Holzplatte maßgerecht zugeschnitte habe (im Idealfall so, dass sie passt), dann hat das Wissen Sinn und Inhalt. Dann habe ich ein Stück Weisheit gewonnen Aber leider horten die meisten nur Wissen und das oft auch nur für den Augenblick.

    Lasst mich in diesem Zusammenhang noch einen alten Griechen zitieren: Ich weiß, dass ich nichts weiß. (http://de.wikipedia.org/wiki/Ich_wei%C3%9F,_dass_ich_nichts_wei%C3%9F!)

    Und in diesem Wissen dünke ich mich wie Sokrates weiser als die, die zu wissen glauben.

  • Muse sagt:

    Herr We, Herr Ess, ich möchte Ihre Gedankengänge noch um einen Punkt erweitern.

    Lernen damals…… war Lernen ohne Telefon, Handy und Internet.

    Die Älteren unter uns erinnern sich sicherlich. Den Jüngeren sei diese Tatsache an Eides statt versichert.

    Referate für die Schule wurden damals stundenlang erarbeitet und vorbereitet.

    Man befragte zunächst die Eltern, suchte im hauseigenen Lexikon (soweit vorhanden) nach verwertbaren Informationen. Letztlich kam man nicht umhin, doch noch in die nächste Bücherei zu fahren. Aus dem Lexikonbeitrag war
    aufs Verrecken kein 3-seitiges Referat zu klöppeln. Sorry, war aber so.

    In der Bücherei wurden 10 Bücher gesichtet, es wurden vor Ort Notizen gemacht.
    Zuhause sortierte man seine Zettel und mit ein bißchen Glück, konnte man seine Handschrift noch entziffern und so entstand das Referat.

    Das so von mir erarbeitete Wissen ist bis heute tief in mir.

    Heute ?

    Eigentlich sollten wir uns glücklich schätzen, über das Internet sofort und so viele Informationen zu bekommen. Luxus pur.
    Keine Fahrradtour zur Bücherei hin, aber auch
    keinen Vater, der gerne bereit wäre, beim Abendbrot von dem zu erzählen, was er weiß.

    Denn Vati….. wird nicht mehr befragt.

    Wikki und Co. werden stattdessen befragt.
    Es werden die relevanten Textstellen rasch kopiert, ein wenig abgewandelt und umgeschrieben. Fertig. Ist schnell erledigt.
    Nebenbei bemerkt, was macht eigentlich Herr K.-T. zu Guttenberg ?

    Also Feierabend für heute. So ein Referat ist keine große Sache mehr. Alles Wissen wird frei Haus geliefert.

    Mir fehlen heute einerseits die Gespräche, andererseits hatte Wissen damals einen ganz anderen Stellenwert für mich gehabt. Wissen war wertvoll. Richtig wertvoll.

    Wissen war deswegen so wertvoll, weil ich dafür „arbeiten“ musste. Ich musste es erarbeiten. Stundenlang, manchmal tagelang.
    Wenn die Bücher in der Bücherei ausgeliehen waren, und ich darauf warten musste…….ein Nervenkrieg.

    Herr We und Herr Ess…. abschließend noch ein Wort zu der Fülle der Informationen, welche uns heute zur Verfügung stehen. Die Menge macht es
    nun wirklich nicht besser. Fernsehn ist heute nicht besser, nur weil es mehr als
    3 Programme gibt. Leider.

    Vielleicht haben wir einfach nur vergessen, wie wertvoll Wissen ist, weil es immer
    und überall verfügbar und abrufbar geworden ist, nach dem Motto: Ich muss nicht alles wissen,
    ich muss nur wissen, wo ich es nachlesen kann.

    Herr We, Herr Ess, Danke für Ihre Beiträge. Gerne gelesen.

    Die Muse

Gib deinen Senf dazu

Wenn Sie Mensch sind, lösen Sie bitte folgende Aufgabe: *