Jul 27 2018

Die Linke und die Acht oder: was links und rechts gleichmacht


Herr We

In Syrien herrscht Krieg. Dieser Fakt ist ein alter Hut. Ich denke nicht, dass irgendjemandem die allgegenwärtigen Flüchtlingsdebatten entgangen sind. Die Rechte (als politische Strömung) möchte die Flüchtlinge gerne aus dem Land schaffen und die CSU vergisst die Bedeutung des C in ihrem Namen, indem sie der Rechten willfährig erscheint. Herr Seehofer verkündet voller Stolz, dass an seinem 69. Geburtstag 69 Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben wurden. Die Hauptstadt Kabul liegt übrigens auf dem 69. Längengrad. Er hätte dies nicht so bestellt. Ich will ihm das noch glauben, doch die Freude war ihm anzusehen.

Die CSU also scheint sich immer mehr der AfD anzunähern (zumindest gewinne ich diesen Eindruck, wenn ich Seehofer, Söder und Dobrindt höre) und will offenbar vor allem mehr Abschiebungen und überhaupt weniger Leute, die ins Land kommen. Andererseits sagte unser Innen- und Heimatminister, er wollen 8 syrische Weißhelme aufnehmen. Vielleicht ist das die Flucht aus der rechten Ecke, um dem Gegenwind etwas zu entgehen. Und was macht die Linke? Sie streitet seltsamerweise über eben diese 8 Flüchtlinge. Klingt seltsam, ist aber so. Mehr davon


Mrz 15 2018

Der Mann aus Nazareth


Herr We

Es ist oft ein kleiner Zufall, der mich auf ein Thema stößt. Oder ist es Schicksal? Nein, an Schicksal zu glauben hieße, den freien Willen zu negieren. Bestimmte das Schicksal, dass ich einen bestimmten Artikel in einer Zeitung lese, könnte ich mich nicht frei entscheiden, ihn zu lesen. Zufall also. Es ist ein kleiner Zufall.

Die Worte, mit denen ich diesen Beitrag einleite mögen wie eine kleine philosophische Spinnerei klingen, doch kamen sie mir gerade genau so in den Sinn. Und sie sind vielleicht auch gar nicht so weit vom Thema entfernt.

An jedem anderen Tag hätte ich vielleicht einfach weiter gescrollt. Heute aber las ich nicht nur den Titel des ZEIT-Beitrags „Mein Gott„, ich las auch, was darunter stand. „…Andrea Bleher ärgert es, in der rechten Ecke zu stehen. Sie will nur, dass Gottes Wort wieder gilt.“ Mehr davon


Mrz 4 2018

Von Brüderlichkeit im Vaterland


Herr We

Ich bin verwirrt. „Frauenbeauftragte will Nationalhymne an mehreren Stellen ändern“ titelte die Welt. Im Text ist es plötzlich die Gleichstellungsbeauftragte. Ja was denn nun?

Wenn es Sie tatsächlich interessiert: Der Text ist richtig, die Schlagzeile falsch. Kristin Rose-Möhring ist die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Als Gleichstellungsbeauftragte ist sie nicht nur für Frauen zuständig, sondern für die Gleichstellung aller. Das schreibt sich das Ministerium auch auf die Fahnen (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung). Mehr davon


Nov 8 2017

Allgegenwärtiger Sexismus


Herr We

Es mag eine zufällige Koinzidenz sein, doch nach dem Skandal um Harvey Weinstein scheint die allgegenwärtige Sexismusdebatte wieder hochzukochen. Sie erinnern sich? Vor ungefähr einem Monat wurde dem mächtigen Hollywood-Magnaten sexuelle Belästigung und ich glaube auch Vergewaltigung vorgeworfen.

Kaum manifestierte sich ein Vorwurf, gerieten andere prominente Männer vor demselben Hintergrund ins Rampenlicht und einmal mehr diskutiert man öffentlich wieder den Sexismus gegenüber Frauen. Eine Diskussion, die ich keineswegs zerreden und aufhalten will, die keineswegs überflüssig ist. Eine Diskussion dennoch, die teilweise seltsame Blüten treibt. Mehr davon


Okt 12 2017

Populismus


Herr We

Ich bin bekennenderweise kein großer Freund der sozialen Medien. Ich bin kein Feind derselben, um dies deutlich klarzustellen. Aber eben auch kein großer Freund und heute erfuhr ich wieder, warum dies so ist. Es liegt nicht an jenen Netzwerken selbst. Es liegt an den Menschen, die mir zumindest in Teilen immer noch nicht reif hierfür sind.

Wie meine ich das? Ich meine das vielfältig: Mehr davon


Aug 18 2017

#Charlottesville


Herr We

Eigentlich ist der Gdnodds ein Platz, um selbst zu denken. Es gibt aber Momente, in denen der geneigte Denker sich einfach zurücklehnen kann, weil jemand anderes schon alles gesagt hat. Wie zum Beispiel der größte aller Actionhelden der 1980er und 1990er Jahre: Mehr davon


Mai 10 2017

Marionetten


Herr We

Herr Naidoo hat ein neues Lied geschrieben. Das ist soweit normal. Außergewöhnlich ist daran vielleicht noch, dass Xavier Naidoo zuletzt eher damit beschäftigt schien, im TV eine heile Musikerwelt zu präsentieren, in der sich alle so liebhaben, dass man vermuten könnte, die Leute schlafen nicht nur in demselben Hotel sondern sogar in demselben Bett. Trotzdem ist er Berufsmusiker und als solcher hat er eben ein neues Lied geschrieben. Macht nichts, kommt in den besten Musikerfamilien vor.

Um ehrlich zu sein muss ich zugeben, dass ich das Lied vollkommen verpasst hätte, wenn nicht ein empöhrter Aufschrei durch sämtliche Presseerzeugnisse gegangen wäre. Zwar dürfte sich der Großteil der Menschheit im aktuellen Musikgeschehen besser auskennen als ich, da ich aber im Büro mehr oder weniger zwangläufig die Ergüsse der aktuellen Charts höre, hätte ich gedacht, dass mir ein Lied vom Xavier fünfmal am Tag durch die Gehörorgane dröhnt. Tut es nicht und deshalb hätte ich dieses Lied – auch aufgrund persönlichen Desinteresses die Söhne Mannheims betreffend – beinahe verpasst. Ist schlicht nicht meine Musik und ich hätte gut damit leben können, das Lied nicht zu kennen.

Nun kenne ich es doch. Der Dank dafür gebührt nicht Gott oder den Winden des Nordens sondern dem Skandal, dass dieses Lied darstellt, glaubt man der Presse. Mehr davon


Aug 9 2016

Ich hap kaine Anunk


Herr We

Über die Rechtschreibreform wird vernichtend geurteilt.

Schon bei ihrer Einführung 1996 gab es zahlreiche Gegner. Namhafte Autoren unterschrieben seinerzeit ein Papier, die „Frankfurter Erklärung“, gegen die Einführung, im April 2004 wurde von der „Deutschen Sprachwelt“ eine Resolution zur Rücknahme der Reform vorgelegt. Im selben Jahr erklärten u.a. der Axel-Springer-Verlag, Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung, zur alten Rechtschreibung zurückkehren zu wollen.

Nunmehr schreiben wir das Jahr 2016. Die Rechtschreibreform ist 20 Jahre alt. Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Eine Bilanz, die nicht gut aussieht.

Mehr davon


Jun 24 2016

Brexit – und jetzt?


Herr We

Es ist geschehen! Das Undenkbare und das Unerwartete trat ein. Großbritannien will austreten. Aus der EU. Mit einem furiosen, erdrutschartigen 51,8 : 48,2-Votum sprach sich das Volk des Vereinigten Königreiches für den Alleingang aus. Auweia! Ausgerechnet die Briten! Was machen wir jetzt?

Mehr davon


Mrz 2 2016

„Immer Ärger mit Mark Z.“


Herr We

Vielleicht erscheine ich gleich etwas inkonsequent. Ich werde versuchen, diesen Eindruck zu vermeiden oder zumindest aufzulösen.

Vielleicht denkt der Eine oder der Andere bei der Überschrift: „Du gute Güte! Zieht der schon wieder über Facebook her?“ Nein, tut er nicht. Aber das große Netzwerk ist so allgegenwärtig, dass es immer irgendwo aneckt und immer einen Grund zum Gdnoddsen liefert. Selbst dann, wenn es nichts dafür kann.

Haben Sie schon gehört? Der für das Lateinamerikageschäft zuständige leitende Mitarbeiter Facebooks ist in Brasilien verhaftet worden! Und alles nur, weil Facebook sich weigerte, Informationen über WhatsApp-Nutzer im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahren gegen den Drogenschmuggel und das organisierte Verbrechen preiszugeben (http://winfuture.de/news,91250.html). Wird er wohl verdient haben, dieser Mensch der! Oder nicht? Wer weiß?

Auf jeden Fall provozierte diese Meldung – wie sollte es anders sein, wenn Facebook Schlechtes widerfährt – eine prompte Reaktion. Ich zitiere wörtlich. Ach was! Ich zitiere buchstäblich: Mehr davon